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Spaß an Technik – früh übt sich

Seit über zehn Jahren können Kinder bei Kessler & Co. selbst Hand anlegen. Wie das Projekt funktioniert und wer dazu beiträgt, dass es funktioniert.

Es ist ein ungewöhnlicher Anblick, der sich an diesem Vormittag in der Ausbildungsabteilung der Firma Kessler & Co. bietet. Inmitten der Azubis wimmelt es von Vorschulkindern, ausgestattet mit Schutzbrillen, die unter Anleitung der Auszubildenden an den Maschinen tüfteln. Das Resultat sind sogenannte Zauberdrehscheiben, auf denen die Kinder ihre zuvor gemalten Bilder mithilfe der Konstruktion zum Leben erwecken können. Möglich macht das die Initiative Technolino de  Arbeitgeberverbands Südwestmetall, der Kinder im Vorschulalter für Naturwissenschaften und Technik begeistern will.

2006 startete das Konzept - die Zauberdrehscheibe bei Kessler und Co. war damals das Pilotprojekt.  Wir wollen, dass Kinder schon in jungen Jahren und spielerisch in den Kontakt mit Technik kommen", erläutert Markus Kilian, Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe Ostwürttemberg. Mit dem gemeinsamen Träger BBQ Bildung und Berufliche Qualifizierung habe der Verband einen Partner ins Boot geholt, der sich insbesondere auf die pädagogischen Schwerpunkte spezalisiert hat.

Auch Maria Leinweber von BBQ, die das Projekt mitinitiert hat, ist an diesem Tag bei Kessler & Co. vor Ort: "Ich bin richtig glücklich darüber, was aus dem Projekt geworden ist." Hier habe im Jahre 2006 nämlich alles angefangen, als sich die Firma bereit erklärte, einen Pilotversuch mit einem Kindergarten aus Dewangen zu wagen."

Derzeit kämen jedes Jahr 19 Kitas zu Besuch, wie Lisa Frahs erzählt. Sie ist technische Zeichnerin bei Kessler und Co und betruet das Projekt sowohl bei der Vorbereitung im Kindergarten als auch bei der Konstruktion im Werk. Und die Initiative trägt Früchte: Der 17-jährige Lars Kormos, der bei Kessler & Co. seine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker macht, schuf hier selbst als Vorschüler seine eigene Drehscheibe. "Damals hatte das für mich natürlich noch nichts mit Arbeit zutun. Es hat einfach Spaß gemacht und es war faszinierend für mich zu sehen, wie sowas entsteht", erinnert sich der Azubi.

Auch sein Ausbildungsleiter Hubert Fuchs lobt das Projekt: "Davon haben alle was. Das ist auch für unsere Auszubildenden hier sehr wichtig. Es ist soziales Verhalten gefragt." Im Mittelpunkt stehen dennoch die Vorschulkinder. "Heute haben wir schon geschliffen und gebohrt", erklärt der kleine Tim. Und auch die stellvertretende Kita-Leiterin Monika Reusch des Kindergartens St. Martin aus Hüttlingen, von dem Kinder an diesem Tag zu Besuch sind, bestätigt, dass das Projekt ein voller Erfolg ist. "Das ist bei uns schon Tradition. Von den Vorschulkinder heißt es oft: "Wenn ich groß bin, darf ich zu Kessler & Co.", sagt sie und schmunzelt.

© Schwäbische Post

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